Zwetschgendatschi zum Kaffee: Der bayerische Herbstklassiker und wie er zu Hause gelingt

Stück Zwetschgendatschi mit Sahne und eine Tasse Kaffee auf einem Cafétisch am Fenster im Herbst

Wenn in Schwabing die Kastanien von den Bäumen fallen und die Terrassenstühle morgens noch feucht vom Tau sind, beginnt in Münchner Cafés die Datschi-Zeit. Der Zwetschgendatschi, ein flacher Blechkuchen mit dicht an dicht gesetzten Zwetschgen, gehört in Bayern zum Herbst wie der erste Schal. Dazu ein Klecks Schlagsahne und eine große Tasse Kaffee, und der graue Nachmittag ist gerettet.

Beim Kaffee dazu gibt es kein Richtig oder Falsch. Die fruchtige Säure der Zwetschgen verträgt sich gut mit einem milden Filterkaffee oder einem Milchkaffee. Wer es kräftiger mag, nimmt einen Cappuccino, dessen Milchschaum die Säure der Früchte weich abfängt.

Was einen guten Datschi ausmacht

Über den richtigen Teig wird gern gestritten. Die einen schwören auf Hefeteig, der locker und leicht bleibt, die anderen auf Mürbeteig, der etwas buttriger und knuspriger ist. Beides ist erlaubt. Entscheidend sind die Früchte. Echte Zwetschgen sind länglich, haben festes Fruchtfleisch und lösen sich gut vom Stein. Runde, weiche Pflaumen geben beim Backen viel Saft ab und weichen den Boden durch.

Die Zwetschgen werden halbiert oder geviertelt und schuppenartig, also leicht schräg und dicht überlappend, auf den Teig gesetzt. Das sieht schön aus und sorgt dafür, dass jeder Bissen genug Frucht hat. Ob darüber Streusel kommen, ist wieder eine Glaubensfrage. Beim klassischen Datschi bleibt die Oberfläche frei, und erst nach dem Backen wird etwas Zucker darübergestreut, gern mit Zimt gemischt.

Tipps für den eigenen Blechkuchen

Wer zu Hause backen möchte, sollte den Hefeteig nicht zu dick ausrollen. Ein dünner Boden trägt die Früchte besser und wird nicht teigig. Ein paar Semmelbrösel oder gemahlene Mandeln direkt auf dem Teig fangen den austretenden Saft auf. Gebacken wird im unteren Drittel des Ofens, damit der Boden durchbackt, bevor die Früchte zu dunkel werden. Am besten schmeckt der Kuchen lauwarm, am Backtag selbst. Am nächsten Tag ist er immer noch gut, verliert aber etwas von seinem Charme.

Die Zwetschgensaison ist nicht lang. Wer auch im November noch Datschi backen möchte, kann jetzt vorsorgen: Die Früchte waschen, trocken tupfen, entsteinen, halbieren und nebeneinander auf einem Blech vorfrieren, bevor sie in Beutel kommen. So kleben sie nicht zusammen. Gefrorene Zwetschgen kommen direkt ohne Auftauen auf den Teig. Weil sie beim Backen mehr Saft abgeben, darf die Schicht aus Bröseln oder Mandeln dann etwas großzügiger ausfallen.

Und falls Sie keine Lust auf Mehl in der ganzen Küche haben: Kommen Sie einfach bei uns vorbei. Drinnen ist es warm, die Kaffeemaschine läuft, und vom Fensterplatz aus lässt sich wunderbar zusehen, wie draußen der Herbst sein Laub verteilt.

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