Wenn in Schwabing die Kastanien von den Bäumen fallen und die Terrassenstühle morgens noch feucht vom Tau sind, beginnt in Münchner Cafés die Datschi-Zeit. Der Zwetschgendatschi, ein flacher Blechkuchen mit dicht an dicht gesetzten Zwetschgen, gehört in Bayern zum Herbst wie der erste Schal. Dazu ein Klecks Schlagsahne und eine große Tasse Kaffee, und der graue Nachmittag ist gerettet.
Beim Kaffee dazu gibt es kein Richtig oder Falsch. Die fruchtige Säure der Zwetschgen verträgt sich gut mit einem milden Filterkaffee oder einem Milchkaffee. Wer es kräftiger mag, nimmt einen Cappuccino, dessen Milchschaum die Säure der Früchte weich abfängt.
Was einen guten Datschi ausmacht
Über den richtigen Teig wird gern gestritten. Die einen schwören auf Hefeteig, der locker und leicht bleibt, die anderen auf Mürbeteig, der etwas buttriger und knuspriger ist. Beides ist erlaubt. Entscheidend sind die Früchte. Echte Zwetschgen sind länglich, haben festes Fruchtfleisch und lösen sich gut vom Stein. Runde, weiche Pflaumen geben beim Backen viel Saft ab und weichen den Boden durch.
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